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Burger, H. (2600) - Zilberberg, AS. (2610) [D97]

XI. Fernschach-Olympiade, Finale, 1. Brett (1996)

1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 d5 4. Sf3 Lg7 5. Db3 dxc4 6. D xc4 O-O 7. e4 Sa6 8. Se2 c5 9. d5 e6 10. O-O exd5 11. exd5 Lf5 12. Td1 Te8 13. d6 h6 14. a3!
 Der erfolgreiche Versuch, die letztlich zum Remis fuehrenden Zuege aus dem Match Kasparow und Karpow in Sevilla 1987 (14.Lf4 bzw. 14.h3) zu verbessern.
Se4
 Auf 14....Sd7 war 15.Da2! Sb6 16.Le3! Le6 17.Db1 geplant, wonach Weiss auch mehr vom Spiel hat.
15. Sb5 Dd7
 Erwartet hatte ich hier 15...Ld7, was ich mit 16.Db3! beantworten wollte.
16. Le3!
 Wenn nun 16....Lxb2 17.Tab1 Lg7 18.Sh4! mit deutlichem weissen Vorteil. Andere Zuege bereiten Schwarz weniger Probleme.
De6
 Mein Gegner nutzte einen laengeren Urlaub, um diesen Zug auszubrueten. Der folgende Damentausch, dessen Vermeidung Weiss wenig braechte, entlastet die schwarze Stellung nur scheinbar.
17. Dxe6 Lxe6
 Wenn stattdessen 17....Txe6? 18.Sh4! Lxb2 19.Ta2 Lf6 20.Sxf5 gxf5 21.Lxh6+/-; oder 17....fxe6?! 18.Se1! g5 19.f3 Sf6 20.Sc3 Sd5 21.d7 Td8 22.Sxd5 exd5 23.Txd5+
18. Sd2!
  Eine Umgruppierung, die den weissen Vorteil klarstellt.
Sf6
 Diesen notwendigen Zug verband der Amerikaner mit einem "unsittlichen Angebot": Er fragte mich, ob ich mit Remis einverstanden waere!
19. Lf3 Sd5
 Alternativen waren 19....Ld5 20.Lxd5 Sxd5 21.Sc4 Sxe3 22.fxe3 oder 19....Ld7 20.Sc7 Sxc7 21. dxc7 Tac8 22.Lf4, beides ebenfalls mit klarem Vorteil fuer Weiss.
20. Sc4 Sxe3 21. Sxe3 Tab8
 Auf 21....Ld7 haette Weiss die angenehme Wahl zwischen 22.Sc7 und 22.Lxb7 gehabt.
22. Td2 Ld7 23. Sc7 Tec8 24. Sed5 Td8 25. Te1 La4 26. Sc3! Ld7 27. Ld5! Lf5 28.LBc4 Lf8 29. S3b5 Td7?! 30.SNe8!
 Das mit diesem Zug eingeleitete Manoever baut den vorhandenen Vorteil zu einer klaren Gewinnstellung aus.
Tdd8 31. d7
 Auf 31....Kh8 kaeme nun die bei der vorigen Anmerkung unter 30....Kh8 skizzierte Gewinnvariante zum Tragen. Daher lag die gespielte Alternative nahe.
h5 32. Sxa7 Ta8 33. Sb5 Lh6 34. Sf6+ Kh8 35. Td6 Lf8 36. Tdd1
Noch staerker als der nach 36.Tb6 Sb8 37.Sc7 Ta4 38.Lb3 Sxd7 39.Sxd7 Txd7 40.Lxa4 Txc7 41.Ld1 moegliche Qualitaetsgewinn, wonach Schwarz wenigstens noch eine intakte Stellung besitzt.
Kg7 37. Se8+ Kg8 38. Sbd6 Lxd6 39. Sxd6!
Infolge des Angriffes auf die Punkte f7 und b7 erzwingt Weiss die Ueberleitung in ein gewonnenes Endspiel.
Txd7 40. Sxf5 Txd1 41. Txd1 gxf5 42. Td7
Damit ist es "in hoeherem Sinne" aus. Schwarz koennte die Partie getrost aufgeben.
Tb8 43. Lxf7+ Kh8 44. Lxh5 c4 45. Td5 f4 46. Tf5 b5 47. h4 Kg7 48. Le2 Sc7 49. Txf4 Se6 50. Tg4+ Kf6 51. a4 bxa4 52. Lxc4 Sc5 53. h5 Txb2 54. h6 Tb7 55. Lg8 a3 56. Tg3 a2
Es wird wohl ein ewiges Raetsel bleiben, warum Zilberberg die total verlorene Stellung so lange weiterspielte!
57. Lxa2 Th7 58. Tc3 Sd7 59. Tc6+ Ke5 60. g3 Sf8 61. f4+ Kd4 62. Tc8 Sg6 63. Lb1
Erst hier entschloss sich der amerikanische Grossmeister zur Aufgabe!
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